30.3.11

 Etwas Bewegung schadet nie
(wie eine Katze die Beziehung zum Menschen testet)

Das dachte sich wohl Alina heute.

Nun, normal ist es so, dass wir am Morgen das Türchen zum Garten öffnen und die Katzen dann freien Zugang haben bis am Abend.
So war es auch heute.
Müde von der Arbeit und vom Tag, wollte ich gegen sechs am Abend den Katzen den Durchgang schliessen.
Doch Alina war nirgendwo zu entdecken.
Ich gehe also gemütlich nach Draussen und höre ein klägliches und sehr fordendes miauen.
Sofort laufe ich Richtung Garten nach unten und was sah ich da???
Alina auf der grossen Tanne, die eigentlich so gesichert sein sollte, dass die Katzen ihn nicht beklettern können.
Na toll!!!
Meine Täglich herbeigesehnte Lieblingssituation!!
Was jetzt???



Wie ich beurteilen kann, ist Alina über den Zwetschgenbaum (siehe rote Hand) auf die Tanne gesprungen.
Und da es bekanntlich rauf besser geht als runter ...
Alina hatte Angst und alleine, das wusste ich, schaffte sie nie da runter zu kommen!
Schnell das Handy zur Hand genommen um Sohn anzurufen, da Mann heute nicht nach Hause kommt (logisch, solche Dinge passieren sowieso nur wenn der Mann nicht im Hause weilt).
Dann, oh Wunder kommt mein Nachbar um die Ecke. Schnell den Anruf beenden und Nachbar um Hilfe gebeten.
Die Katze war inzwischen in schwindelerregender Höhe (siehe Nr.1).
Als die Katze uns hörte, da stieg sie runter zu Nr. 2.
Mein Nachbar besorgte sich Leiter und bestieg das Dach des Gartenhauses (hinter der Tanne, das sieht man auf dem Bild nicht). Alina hatte aber Angst vor ihm und stieg wieder zu Nr.1 rauf!
Schade, denn er hätte sie so fassen können.
Dann habe ich beschlossen auf dieses Dach zu klettern (habe ich schon erwähnt dass ich NICHT schwindelfrei bin und total schiss habe so hoch rauf zu klettern?).
Alina erkannte mich erst nicht und kletterte wieder Richtung Zwetschgenbaum.
Dann beschloss der Nachbar auf den Zwetschgenbaum zu klettern, weil er hoffte die Katze nähere sich dann wieder der Nr.2. So war es auch.
Nachbar auf dem Baum ganz hoch, ich Schisser auf dem Dach und Katze bei Nr.2.
Ich habe sie gelockt, gerufen, gedroht (wenn du nicht kommst, dann musst du ins Tierheim.......* haha wers glaubt*, dann will ich dich nicht mehr haben., aber wie denn bittschön wenn sie ja da oben ist.....hä?).
Da war sie also bei Nr.2 und liess sich nicht bewegen zu Nr.3 zu steigen.
Ich muss dazu noch sagen dass es für eine normale Katze null Anstrengung gewesen wäre, dorthin zu springen. Die Etagen des Katzenbaumes sind meist höher!!
Inzwischen kam ich auf die Idee, ihr mit Brettern eine Art Treppe zu bauen.
Immer wieder verschwindet sie und ich entdecke sie später wieder ganz aussen auf einem Ast der Tanne.
Mehrere Male wollte ich die Feuerwehr anrufen. Aber mein Nachbar riet mir ab .... "das ist viel zu teuer". Aber wie bittschön kommt dieses Tier wieder runter?
Leckerli mussten her..... ohne Erfolg.
Das Gefäss wo die Küken aufbewahrt werden wurde geholt ..... kein Erfolg.
Also dann doch die Treppe.
Bretter wurden angeschleppt. Wir bauten ihr eine Treppe im Geäst (alles immernoch in schwindelerregender Höhe, für mein Nachbar der klettert, surft und was weiss ich noch was, war das kein Problem. Ich selber habe Blut geschwitzt.)
Dann habe ich völlig resigniert meinen Nachbarn nach Hause geschickt. Ich wollte auf dem Dach ausharren und locken und warten.
Mirjam (meine Stieftochter) hat mich mit Jacke versorgt, mit Schnur und Schere (man weiss ja nie).
Ausserdem hat sie mir einen Transportkorb gebracht.
Langsam fange ich zu dem Zeitpunkt an, mich häuslich einzurichten.
Ich hab sogar mit meinem Mann telefoniert der sofort nach Hause kommen wollte (2 Std. Fahrzeit).
Ich hab ihn beruhigt: "die kommt dann schon" und hab es selber nicht geglaubt.
Dann plötzlich hat sie sich zu Nr.3 getraut, dorthin wo der erste Treppenabsatz war.
Der hielt aber irgendwie nicht und schwupp, das eine (von zwei) Brettern vor meine Füsse.
Aber sie war noch immer bei Nr.3 und sah mich und jammerte und maunzte.
Hach ...... ungefähr 30 cm von meiner Hand entfernt!!
Die Situation dauerte jetzt schon fast zwei Stunden, wohlverstanden!!
Dann wollte sie zu Nr.4, aber getraute sich nicht.
Dann habe ich das runtergefallene Brett mit der rechten Hand gefasst, währenddem ich mich mit der Linken an einem Ast festhielt. Ich habe ihr das Brett (mit der linken Hand) vor die Füsse gehalten (währenddem ich mich rechts festhielt) und ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen!!! Sie wagte sich darauf und näherte sich zögerlich meinem Arm. Ich habe mit der linken Hand das Brett gehalten, wo dann die Katze darauf stand und zugleich irgendwie mich selber am Ast, damit ich mit der Rechten die Katze packen konnte. Ich selber stand ganz am Rand des Gartenhausdaches!
Katze gepackt, an mich gerissen und irgendwie (fragt mich nicht wie) in den Korb getan. Korb geschlossen und puhh ..... Mirjam gerufen, Katze über die Leiter nach unten befördert.
Dann musste nur noch ich selber runter, was gar nicht so einfach war!
Aber ich habs geschafft!!
Und was mich extrem erstaunt, ganz ohne Kratzer!!
Alina hatte vollstes Vertrauen zu mir, was ich noch nie erlebt habe bei einer panischen Katze!

Und so hat es danach ausgesehen.
Alina futtert sich den Bauch voll .... logisch oder!
Ich weiss nicht wie lange Alina schon auf der Tanne war, es hätten ohne weiteres auch Stunden sein können.


Ich hab noch jetzt ganz weiche Knie.
Vielleicht muss ich dazu noch sagen, dass Alina irgendwie Koordinationsschwierigkeiten hat und oft auch aus ganz kleinen Höhen Mühe hat, sich ohne zu Fallen zu halten. Es wurde zwar in letzter Zeit viel besser, doch sie wird es nie wie die anderen Katzen können. Diesbezüglich hat sie gewiss eine leichte Behinderung, warum auch immer. Trotzdem tut es ihr natürlich gut, wenn sie klettern darf und das soll sie auch. So kann sie ihr Gleichgewichtsorgan ein bisschen trainieren.
Nur halt eben nicht so!!!

Kommentare:

bastelfee hat gesagt…

wow, das war dann ja wohl mal ein aufregender Nachmittag, aber schön das alles gut ging.
LG Petra

Serafina Seidenfell hat gesagt…

Oh mein Gott, was eine Geschichte! Was eine Aufregung! Schön, dass es ein gutes Ende genommen hat!

Ganz liebe Grüße

Kerstin mit den Katzendamen

Christiane hat gesagt…

Das ist Abenteuer pur. Aber ist ja alles gut gegangen. Für solche Aktionen haben wir eine zusammensteckbare Riesenleiter. Die nützt mir allein aber auch nichts, da ich das Teil nicht tragen kann.
LG Christiane

Kerschtel hat gesagt…

Ohje,ich kann nachvollziehen wie es dir ging. Zumindest im Thema Höhenangst! ;) Gut das ihr alle Heile wieder unten angekommen seit!
Lieben Gruß Kerstin und die Samtpfoten

Hilda hat gesagt…

Ach du lieber Himmel..... jesses, was für eine Aufregung. Gott sei Dank ist alles gut gegangen. Hätte aber doch schon gerne gesehen wie Du angefangen hast Dich auf dem Dach häuslich nieder zu lassen ;-)
Aber siehst Du.... was Du alles kannst, da hält Dich auch die Höhenangst nicht auf!!!!!

Liebe Grüße
Hilda

Sylvia Waterproof hat gesagt…

irgendwie ist das schon seltsam: du hast Jungtiere, die Wände hochklettern und jetzt Alina.... sag mal, was ist los bei euch ;-))) Alles Klettermaxen und gucken wohl zuviel Spiderman ;-))
Super Story... Hast wenigsten auch noch einen Kafi auf deinem Hochsitz gekriegt?